{"id":647,"date":"2017-02-19T11:35:36","date_gmt":"2017-02-19T11:35:36","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/?p=647"},"modified":"2017-02-19T11:35:36","modified_gmt":"2017-02-19T11:35:36","slug":"genetik-der-farbvererbung-bei-pferden","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/appaloosa.ch\/wordpress\/?page_id=647","title":{"rendered":"Genetik der Farbvererbung bei Pferden"},"content":{"rendered":"<p>(Text: Sarah Simon, Quellen: Farben und ihre Vererbung von Otmar Beyer de B\u00e9haux, www.appaloosaproject.com, www.pferdefarben.eu, Wikipedia)<\/p>\n<p>Im ersten Teil wird erkl\u00e4rt wie die Grundfarben (braun, schwarz, fuchs, etc.) zustande kommen und im zweiten Teil, welche Gene sich wie auf die typische Appaloosa-Musterung auswirken. Dieser zweite Abschnitt ist sehr aktuell. Die Forschergruppe \u201eThe Appaloosa Project\u201c hat n\u00e4mlich vor kurzem ein weiteres wichtiges Gen identifiziert, welches zu einer bestimmten Art der Tupfen-Ausbreitung auf dem K\u00f6rper des Pferdes f\u00fchrt. Dieses neu-lokalisierte Gen f\u00fchrt zu sog. Leoparden (fast weiss aussehende Pferde mit \u00fcber den ganzen K\u00f6rper verteilten Tupfen).<\/p>\n<p><b>Grundlagen<\/b><\/p>\n<p>Das Pferd besitzt \u2013 wie wir Menschen auch \u2013 von jedem Gen jeweils 2 St\u00fcck (sog. Allele). Jeweils immer eines von der Mutter und eines vom Vater geerbt. So ist jede Charakteristik doppelt vorhanden. Genetisch gesehen, ist demnach jedes Fohlen halb vom Vater und halb von der Mutter gepr\u00e4gt. Wenn man vom effektiv vorhandenen Erbgut spricht, dann verwendet man oft auch den Begriff \u201eGenotyp\u201c. Ein betr\u00e4chtlicher Anteil des vorhandenen Erbguts kommt gegen aussen aber nicht zum Vorschein, weil gewisse Allele \u00fcber das jeweils andere Allel dominant sind. Man spricht dann von dominanten Allelen, wenn deren Vorhandensein auch in der \u00e4usserlichen Auspr\u00e4gung (Ph\u00e4notyp, \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild, sprich Fellfarbe) niederschl\u00e4gt. Ein rezessives Allel kommt in Kombination mit einem dominanten Allel zwar nicht zum Vorschein, jedoch aber in Kombination mit einem anderen rezessiven Allel. Das Vorhandensein eines rezessiven Allels kann mittels Gentest bzw. Genotyp-Bestimmung mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Nehmen wir als Beispiel das Gen, das entscheidet, ob das Pferd ein Schimmel ist oder nicht. Nennen wir den Allel \u201eSchimmel sein\u201c -> G und den Allel \u201eNormalf\u00e4rbung resp. andere Farbe haben\u201c -> g. Bei dieser Schreibweise erkennt man jeweils am Grossbuchstaben, welches Allel dominant und welches rezessiv ist. Hier also ist die Schimmelf\u00e4rbung G gegen\u00fcber der Nicht-Schimmelf\u00e4rbung g dominant. Die Abk\u00fcrzung G steht f\u00fcr \u201eGrey\u201c, da ein Schimmel im Gegensatz zu einem weissgeborenen Pferd erst mit der Zeit schimmelt. Die verschiedenen Kombinationen, die ein Pferd von diesem Gen aufweisen kann, sind:<\/p>\n<ul>\n<li>G von der Mutter, G vom Vater -> G\/G<\/li>\n<li>G von der Mutter, g vom Vater -> G\/g<\/li>\n<li>g von der Mutter, G vom Vater -> g\/G<\/li>\n<li>g von der Mutter, g vom Vater -> g\/g<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da die Schimmelf\u00e4rbung dominant ist, ergeben die ersten 3 Kombinationen (G\/G, G\/g, g\/G) ein schimmelfarbenes Pferd, nur die unterste Kombination (g\/g) ergibt keinen Schimmel. Daraus kann man umgekehrt folgern, dass jeder Nicht-Schimmel die Kombination g\/g aufweist und somit aus zwei Nicht-Schimmeln kein Fohlen entstehen kann, dass pl\u00f6tzlich Schimmel wird. Welches der beiden Allele ein Pferd jeweils weitervererbt ist zuf\u00e4llig. Ein G\/g-Pferd gibt mit 50%-iger Wahrscheinlichkeit das G-Allel und mit 50%-iger Wahrscheinlichkeit das g-Allel weiter.<\/p>\n<p>Besteht die Kombination aus zwei gleichen Buchstabenformen (G\/G oder g\/g) nennt man sie homozygot bzw. reinerbig), besteht sie aus zwei verschiedenen Buchstabenformen (G\/g oder g\/G) nennt man sie heterozygot bzw. mischerbig.<\/p>\n<p>Die drei Grundfarben Braun, Rappe, Fuchs werden durch lediglich zwei Gene bestimmt. Die zwei Gene, die f\u00fcr die Grundfarben beim Pferd verantwortlich sind, hei\u00dfen Extension E (bzw. e) und Agouti A (bzw. a).<\/p>\n<table width=\"100%\">\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Extension:<\/td>\n<td width=\"80%\">Hier sind mehr als zwei Auspr\u00e4gungen m\u00f6glich, deshalb wird die Dominanzreihenfolge der Allele angegeben. Man kennt die Allele ED > E > e. Extension ist ein Gen f\u00fcr ungehinderte Eumelaninausbreitung (schwarze Pigmentierung). ED steht f\u00fcr die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Verbreitung von Eumelanin, e f\u00fcr die geringste. Nur die dominanten Formen ED und E erlauben den Einfluss des Agouti-Gens, so dass Rappen und Braune entstehen k\u00f6nnen. Das rezessive Allel e f\u00fchrt zur gleichm\u00e4\u00dfig braunen Farbe des Pferdes, es entsteht also ein Fuchs (diese rote Pigmentierung nennt sich auch Phaeomelanin).<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Agouti:<\/td>\n<td width=\"80%\">Das Allel A mischt rotes Pigment unter das schwarze, was so die verschiedenen Braunschattierungen entstehen l\u00e4sst. Auf diesem Locus kennt man die vier Allele A+ > A > at > a. Drei von ihnen (A+, A, at) f\u00fchren zu Braunen mit unterschiedlich gro\u00dfen schwarzen Bereichen im Fell, die vierte Variante (a) f\u00fchrt zu einem v\u00f6llig schwarzen Pferd.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><b>Braune und Rappen<\/b><\/p>\n<p>Ein braunes Pferd entsteht durch das Zusammenspiel der Gene E und A: E produziert schwarzes Pigment, das durch A mit zus\u00e4tzlich rotem Pigment versetzt wird. Das Resultat ist ein braunes Pferd. Ein Rappe entsteht durch E und durch das Fehlen von A, was bewirkt, dass sich Schwarz \u00fcber den ganzen K\u00f6rper ausbreiten kann.<\/p>\n<table width=\"100%\">\n<tr>\n<td width=\"30%\" valign=\"top\">Kombinationen:<\/td>\n<td width=\"70%\">E\/E A\/A  -> braun<br \/>E\/E A\/a  -> braun<br \/>E\/E a\/a  -> schwarz<br \/>E\/e A\/A  -> braun<br \/>E\/e A\/a  -> braun<br \/>E\/e a\/a  -> schwarz<br \/>e\/e A\/A  -> fuchs<br \/>e\/e A\/a  -> fuchs<br \/>e\/e a\/a  -> fuchs<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>So ist ein Fuchsfohlen aus zwei Braunen durchaus m\u00f6glich, wenn beide heterozygot E\/e sind. Der Rotfaktor-Test (Gentest) gibt Aufschluss dar\u00fcber, ob ein nicht-fuchsfarbenes Pferd das rezessive Gen e tr\u00e4gt und somit fuchsfarbene Nachkommen zeugen kann. Interessant f\u00fcr alle Z\u00fcchter, die keine F\u00fcchse in der Zucht w\u00fcnschen. Will man konsequent braune Pferde z\u00fcchten, so sollte mindestens ein Elternteil zweifach homozygot E\/E A\/A sein.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es noch eine andere Variante, wie ein Brauner (oder auch Dunkelfuchs) entstehen kann. N\u00e4mlich bei Vorhandensein des rezessiven Allels b (Black) in zweifacher Ausf\u00fchrung. Das dominante Allel B bewirkt keine Ver\u00e4nderung der obigen Regel.<\/p>\n<p><b>F\u00fcchse<\/b><\/p>\n<p>Ein Fuchs wird oft als rezessiv bezeichnet, da immer die E Variante fehlt, und nur die rezessive e Variante vorkommt, was bewirkt, dass kein schwarzes Pigment gebildet werden kann und nur rotes Pigment vorhanden ist. Es kann das dominante A oder das rezessive a vorkommen, was aber f\u00fcr die Fellfarbe ohne Bedeutung ist, da kein Schwarz existiert, das durch A verdr\u00e4ngt werden kann.<br \/>Auch spielt das Vorhandensein von B oder b absolut keine Rolle.<\/p>\n<table width=\"100%\">\n<tr>\n<td width=\"30%\" valign=\"top\">Kombinationen:<\/td>\n<td width=\"70%\">e\/e A\/A  -> fuchs<br \/>e\/e A\/a  -> fuchs<br \/>e\/e a\/a  -> fuchs<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Aus einer Verbindung von zwei reinerbigen F\u00fcchsen e\/e k\u00f6nnen nur Fuchsfohlen geboren werden.<br \/>Man muss jedoch hier die F\u00fcchse von den Dunkelf\u00fcchsen unterscheiden, da sie unterschiedliche Genkombination f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Dunkelf\u00fcchse<\/b><\/p>\n<p>Die Dunkelf\u00fcchse kann man in drei Gruppen unterteilen:<\/p>\n<p>Die erste Gruppe sind F\u00fcchse (e\/e), auf einem anderen Locus das dominante Gen Sty (Smutty) tragen, das f\u00fcr die Dunkelf\u00e4rbung des roten Pigments verantwortlich ist. Dies sind die einzigen richtigen F\u00fcchse.<br \/>Die zweite Gruppe entsteht durch das Vorhandensein von b in homozygoter Form (siehe oben). Es handelt sich also eigentlich um Rappen, deren Eumelanin durch das Gen b\/b braun gef\u00e4rbt ist.<br \/>Die dritte Gruppe ergibt sich aus der Kombination ED mit b\/b.<\/p>\n<p><b>Roans<\/b><\/p>\n<p>Ein Pferd mit weissen Stichelhaaren, die sich im Gegensatz zum Schimmel nicht ausbreiten, wird im Englischen als Roan bezeichnet. Der Code daf\u00fcr ist Rn. Das Gen Rn ist also dominant. Hier ist jedoch einen reinerbige Kombination (Rn\/Rn) nicht m\u00f6glich, da sie sehr fr\u00fch in Uterus t\u00f6dlich ist. Das hei\u00dft, die Eizelle stirbt nach der Befruchtung ab und wird von der Stute resorbiert. Zwar ist dies f\u00fcr die Stute nicht sch\u00e4dlich, jedoch senkt dies nat\u00fcrlich die Fruchtbarkeitsrate bzw. Nachbedeckungen sind n\u00f6tig. Wenn zwei Roans miteinander gepaart werden betr\u00e4gt die Wahrscheinlichkeit 25%, dass eben diese homozygote Form entsteht und die befruchtete Eizelle abstirbt.<\/p>\n<p><b>Schimmel<\/b><\/p>\n<p>Beim Schimmel handelt es sich um ein farbig geborenes Pferd mit pigmentierter Haut, das bei jedem Haarwechsel weisser wird. Dieses Ph\u00e4nomen beruht auf einem dem Altersergrauen \u00e4hnlichen Vorgang, bei dem es zu zunehmender Einlagerung von Luft in das Haar kommt und es f\u00fcr das Auge weiss erscheinen l\u00e4sst. Das hierf\u00fcr dominante Gen wird mit G (Grey) abgek\u00fcrzt.<br \/>Dieser Vorgang ist also evolutif. Darum spricht man auch von Rappschimmeln, Braunschimmeln und Fuchsschimmeln, da das Gen G nicht sofort die Grundfarben \u00fcberdeckt, die Fohlen also mit einer \u201enormalen\u201c Farbe geboren werden. Die ersten weissen Haare k\u00f6nnen dabei auch erst nach der ersten Haarung auftreten. Ein typisches Zeichen f\u00fcr die Schimmelung, im Gegensatz zu den Weissen, ist die dunkle Haut unter den Haaren.<\/p>\n<p><b>Weisse<\/b><\/p>\n<p>Das gleiche wie f\u00fcr Rn (Roan) gilt f\u00fcr das Gen W (White). Bei weissen Pferden handelt es sich um weissgeborene Pferde. Die homozygote Kombination ist ebenfalls t\u00f6dlich.<\/p>\n<p><b>Palominos und Falben<\/b><\/p>\n<p>Beim Locus C mit den bekannten Allelen C und ccr ist die Dominanz nicht eindeutig. Das Allel ccr hellt besonders das Phaeomelanin e\/e auf, und wirkt sich besonders stark auf die Extremit\u00e4ten aus. Ganz klar ist der Effekt dieses Gens auf F\u00fcchse, die durch eine mischerbige Kombination C\/ccr zu Palominos werden. Weniger klar ist der Effekt bei Braunen, da Braune einen geringeren Anteil an rotem Pigment haben. Grunds\u00e4tzlich werden diese aber zu Falben, wenn die Mischkombination C\/ccr vorliegt. Noch heller werden die Pferde, wenn die homozygote Kombination ccr \/ccr vorliegt. Diese Kombination bringt cremefarbene, fast weisse Pferde mit blauen Augen (Pseudo-Albino).<\/p>\n<p><b>Duns und Buckskins<\/b><\/p>\n<p>Das dominante Allel D hellt alle Pigmente mehr oder weniger gleichm\u00e4ssig auf, ohne besonders grossen Einfluss auf die Extremit\u00e4ten zu haben. Dies unterscheidet ihn vom Locus C.<br \/>Die Genkombination d\/d ist die h\u00e4ufigste und hat keinen Einfluss auf die Farbe. Bei einer heterozygoten Kombination D\/d oder der dominanten Reinerbigkeit D\/D ver\u00e4ndern sich die Farben von braun zu falb, von schwarz zu grau. F\u00fcchse nehmen eine gelbe, lehmartige Farbe an, wobei die Extremit\u00e4ten oft roter bleiben. Man nimmt an, dass Pferde mit roter Pigmentierung, die sowohl D als auch ccr tragen, Palominos sind. Das Gen ccr dominiert in diesem Fall also das Gen D.<\/p>\n<p><b>Goldfarbene M\u00e4hnen und Schweife<\/b><\/p>\n<p>Goldfarbene oder besser gesagte aufgehellte M\u00e4hnen und Schweife k\u00f6nnen sowohl bei F\u00fcchsen, als auch bei Braunen und Rappen auftreten. Sie f\u00fchren auf jeden Fall die Kombination f\/f, da das Gen rezessiv ist. Die Abk\u00fcrzung F steht dabei f\u00fcr Flaxen. Es betrifft ausschliesslich die Beh\u00e4nge.<\/p>\n<p><b>Silver Dapple<\/b><\/p>\n<p>Das Gen hei\u00dft Z f\u00fcr und beeinflusst nur das Eumelanin (schwarzes Pigment). Es wirkt auf den ganzen K\u00f6rper und hellt das Eumelanin auf. Der Effekt ist extrem bei der Kombination Z\/Z, weniger stark ausgepr\u00e4gt im Fall der Mischerbigkeit Z\/z. Rappen werden so zu mausfarbenen Pferden, Braune \u00e4hneln dann den F\u00fcchsen. Manchmal kann so der Unfall passieren, dass aus einer Fuchsanpaarung ein braunes Fohlen geboren wird, da einer der Eltern in Wahrheit kein Fuchs, sondern ein Silver Dapple war.<\/p>\n<p><b>Appaloosa-Muster<\/b><\/p>\n<p>Bei den Appaloosa-Mustern unterscheidet man grob zwischen Snowcaps (Pferden mit Blanket ohne Spots), Fewspots, Leoparden-\/Tigerschecken und Pferden mit Blanket oder Roan Blanket und Spots darin.<\/p>\n<table border=\"1\" style=\"border-collapse:collapse;\">\n<tr>\n<td width=\"25%\" valign=\"top\">Snowcaps<\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/snowcap1.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/snowcap2.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/snowcap3.png\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"25%\" valign=\"top\">Fewspots<\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/fewspot1.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/fewspot2.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/fewspot3.png\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"25%\" valign=\"top\">Leopard Tigerschecke<\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/leopard1.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/leopard2.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/leopard3.png\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"25%\" valign=\"top\">Blanket With Spots<\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/blanket1.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/blanket2.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/blanket3.png\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"25%\" valign=\"top\">Roan Blanket With Spots<\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/roan1.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/roan2.png\" \/><\/td>\n<td width=\"25%\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/roan3.png\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>W\u00e4hrendem es fr\u00fcher kein Erfolgsrezept f\u00fcr die Z\u00fcchtung von Appaloosas mit einer Tigerscheckung gab, so gibt es nun heute Klarheit dar\u00fcber, welche beiden Gene f\u00fcr dieses Farbmuster verantwortlich sind.<br \/>Eines der verantwortlichen Gene wurde nach mehreren Dekaden der Forschung durch \u201eThe Appaloosa Project\u201c im Jahr 2013 endg\u00fcltig belegt, das sog. Leopard-Gen LP. Der Name dieses Gens ist etwas irref\u00fchrend, da es nicht zwingend nur mit der Tigerscheckung etwas zu tun hat, sondern es dient generell als On\/Off Schalter f\u00fcr irgendeine der aufgezahlten Farbmuster (ab und zu wird dieses LP-Gen auch Vanish-Gen oder Leopardkomplex bezeichnet). Das LP-Gen ist dominant. Ein Gen LP\/lp reicht aus, um dem Pferd eine appaloosatypische F\u00e4rbung zu verpassen. Ist keines vorhanden (lp\/lp) so ist das Appaloosa-Pferd solid, sprich unifarben. Ein unifarbenes Pferd wird zwar ebenfalls vom Zuchtverband anerkannt und kriegt Appaloosa-Papiere, doch steht vor der Registrationsnummer der Buchstabe \u201eN\u201c f\u00fcr \u201eNon-Characteristic\u201c. Ist das Pferd hingegen homozygot (reinerbig) in LP, so kann es unterschiedliche Farbmuster aufweisen. Das weisse Blanket kann minimal klein bis maximal gross sein. Es ist aber niemals getupft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/ap1.png\" \/><\/p>\n<p>Das zweite Gen, welches vor kurzem erst entschl\u00fcsselt worden ist, hat konkret mit der eigentlichen Leopard-Muster (=Tigerscheckung) zu tun. Es nennt sich PATN1. In Kombination mit nur einem LP-Gen (LP-heterozygot) verursacht es, dass sich das Blanket with Spots quasi \u00fcber den ganzen K\u00f6rper des Pferdes ausdehnt und also zu einem Leopard\/Tigerschecken f\u00fchrt. Es f\u00fchrt also zur gr\u00f6sstm\u00f6glichen Auspr\u00e4gung der Appaloosa-typischen Fellmusterung (60%-100% des K\u00f6rpers). Nur Kopf und Brust k\u00f6nnen von Fall zu Fall trotz PATN1 dunkel bleiben. Folgende Grafik zeigt ein LP\/lp Pferd mit PATN1. Ob das Pferd in PATN1 homo- oder heterozygot ist, spielt keine Rolle.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/pferde\/farbvererbung\/ap2.png\" \/><\/p>\n<p>Ist das Pferd jedoch LP-homozygot, kommen trotz Vorhandenseins des PATN1-Gens die Punkte nicht mehr zum Vorschein und es resultiert ein Fewspot.<\/p>\n<p>Das Vorhandensein des PATN1-Gens ist unabh\u00e4ngig vom Vorhandensein des LP-Gens. Es ist z.B. durchaus m\u00f6glich, dass ein unifarbenes Pferd (ohne LP-Gen) dennoch ein PATN1-Tr\u00e4ger ist. Das PATN1 ist dort verborgen, da der On-\/Off-Schalter durch das Fehlen des LP-Gens ausgeschaltet ist.<\/p>\n<p>Insgesamt sind folgende Kombinationen m\u00f6glich (linke Spalte der nachfolgenden Tabelle).<\/p>\n<table border=\"1\" style=\"border-collapse:collapse;\">\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Genotypen<\/td>\n<td width=\"80%\" valign=\"top\">Empfehlung f\u00fcr die Zucht von Leoparden<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Homozygot LP und homozygot PATN1:<br \/>LP\/LP und PATN1\/PATN1<\/td>\n<td width=\"80%\">Ein homozygotes LP Pferd sollte im Idealfall mit einem Pferd verpaart werden, das kein LP-Gen aufweist. Denn so verschwindet das Risiko, dass daraus ein fast weisser Fewspot resultiert. Verpaart mit einem einfarbigen Pferd, kriegt das daraus resultierende Fohlen nur ein LP-Gen mit und auf jeden Fall auch mindestens ein PATN1-Gen. Somit entsteht mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit ein Leopard-Pferd.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Homozygot LP und heterozygot PATN1:<br \/>LP\/LP und PATN1\/patn1<\/td>\n<td width=\"80%\">Soll das Ziel sein, ein Leopard-Fohlen zu zeugen, so sollte man als weiteren Elternteil ein Pferd suchen, das zwar unifarben ist (also kein LP-Gen tr\u00e4gt), aber im verborgenen PATN1-Doppeltr\u00e4ger ist. Dann entsteht mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit ein Leopard.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Heterozygot LP und homozygot PATN1:<br \/>LP\/lp und PATN1\/PATN1<\/td>\n<td width=\"80%\">Hier kann nicht mehr mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit ein Leopard gezeugt werden. Verpaart man ein solches Pferd mit einem Fewspot oder Snowcap, so resultiert mit je 50% Wahrscheinlichkeit entweder ein Fewspot oder ein Leopard. Verpaart man das Pferd hingegen mit einem anderen heterozygoten LP-Tr\u00e4ger, so resultiert mit 50% Wahrscheinlichkeit ein Leopard und mit je 25% Wahrscheinlichkeit ein Solid oder ein Fewspot.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Heterozygot LP und heterozygot PATN1:<br \/>LP\/lp und PATN1\/patn1<\/td>\n<td width=\"80%\">Auch hier kann nicht mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit ein Leopard gezeugt werden. Verpaart man ein solches Pferd mit einem Fewspot, so resultiert mit 37.5% Wahrscheinlichkeit ein Fewspot, mit 12.5% Wahrscheinlichkeit ein Snowcap, und wenn der andere Elternteil ebenfalls PATN1-Doppelgentr\u00e4ger war, mit 50% Wahrscheinlichkeit ein Leopard und andernfalls mit je 25% Wahrscheinlichkeit ein Leopard oder eine andere Appaloosa-F\u00e4rbung.<br \/>Verpaart man dieses Pferd mit einem anderen heterozygoten LP- und PATN1-Gentr\u00e4ger, so betr\u00e4gt die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr ein Leopard-Fohlen noch immer 37.5%. Mit 25% Wahrscheinlichkeit erh\u00e4lt man aber ein unifarbenes Pferd und mit einer Wahrscheinlichkeit von 6.25% entsteht ein Snowcap und mit 18.75% Wahrscheinlichkeit ein Fewspot. Nur mit 12.5%iger Wahrscheinlichkeit resultiert eine andere Appaloosa-F\u00e4rbung.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Ohne LP und homozygot PATN1:<br \/>lp\/lp und PATN1\/PATN1<\/td>\n<td width=\"80%\">Hat man ein unifarbenes Pferd, das aber im versteckten ein PATN1-Doppelgentr\u00e4ger ist, so kann man mit 100%iger Wahrscheinlichkeit ein Leopard-Fohlen zeugen. Der andere Elternteil muss lediglich homozygot in LP sein, also entweder ein Fewspot oder ein Snowcap.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Ohne LP und heterozygot PATN1:<br \/>lp\/lp und PATN1\/patn1<\/td>\n<td width=\"80%\">Hier gilt dasselbe wie oben, nur sollte hier der andere Elternteil unbedingt ein Fewspot sein, der auch in PATN1-homozygot ist. Andernfalls entsteht nur mit 50% Wahrscheinlichkeit ein Leopard-Fohlen und mit 50% Wahrscheinlichkeit eine andere Appaloosa-F\u00e4rbung.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\" valign=\"top\">Ohne LP und ohne PATN1:<br \/>lp\/lp und patn1\/patn1<\/td>\n<td width=\"80%\">M\u00f6chte man aus einem Appaloosa, der weder LP- noch PATN1-Gentr\u00e4ger ist, ein Leopard-Fohlen z\u00fcchten, so geht das mit 100% Wahrscheinlichkeit nur, wenn der andere Elternteil sowohl homozygot in LP wie auch homozygot in PATN1 ist. W\u00e4hlt man hingegen z.B. ein Leopard, der heterozygot in LP und homozygot in PATN1 ist, so resultiert aus dieser Anpaarung nur mit 50% Wahrscheinlichkeit \u00fcberhaupt ein farbiges Fohlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dann sogar ein Leopard ist, betr\u00e4gt 25%. Aber auch eine andere Appaloosa-F\u00e4rbung ist mit 25% gleich wahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr ein einfarbiges Fohlen liegt bei 50%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Mit der Entdeckung des PATN1-Gens konnte somit bereits ein kleiner Teil des Geheimnisses um die Appaloosa-F\u00e4rbungen aufgedeckt werden. Wie aber alle anderen Facetten der Musterung bei Appaloosas entstehen, dar\u00fcber besteht noch keine Kenntnis. Es werden bestimmt mehrere Jahre vergehen, bis neue Forschungsresultate diesbez\u00fcglich pr\u00e4sentiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wer sein Appaloosa-Pferd hinsichtlich des Vorhandenseins des LP- und PATN1-Gens testen lassen will, der kann dies beim <a href=\"https:\/\/www.vgl.ucdavis.edu\/services\/coatcolorhorse.php\" target=\"_blank\">UC-Davis Veterinary Genetics Laboratory<\/a> machen lassen. Beide Tests zusammen kosten $40, einer allein kostet $25. Das in Basel heimische Labor <a href=\"http:\/\/www.laboklin.ch\/labogen\/pdf\/untersuchungsanforderung\/ua_genetik_pfd_ch_ohnepreis.pdf\" target=\"_blank\">Labokin<\/a> f\u00fchrt bislang nebst diversen Gentests zu Erbkrankheiten wie HYPP, PSSM, etc. und Tests in Bezug auf die Grundfarben nur den Test auf das Vorhandensein des LP-Gens (Leopardkomplex). Ein PATN1-Gentest f\u00fchrt Labokin noch nicht. Der LP-Test kostet bei Labokin rund 70 Franken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Text: Sarah Simon, Quellen: Farben und ihre Vererbung von Otmar Beyer de B\u00e9haux, www.appaloosaproject.com, www.pferdefarben.eu, Wikipedia) Im ersten Teil wird erkl\u00e4rt wie die Grundfarben (braun, schwarz, fuchs, etc.) zustande kommen und im zweiten Teil, welche Gene sich wie auf die typische Appaloosa-Musterung auswirken. Dieser zweite Abschnitt ist sehr aktuell. Die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-647","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/appaloosa.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/appaloosa.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/appaloosa.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/appaloosa.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/appaloosa.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=647"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/appaloosa.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/647\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/appaloosa.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}